100 Jahre Jubiläum

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Im Jahr 2025 feierte der Verein für Höhlenkunde Schellenberg e. V. in diesem Jahr gleich drei Jubiläen:

100 Jahre Schellenberger Eishöhle
100 Jahre Vereinigung für Höhlenkunde
90 Jahre Thomas-Eder-Steig

100 Jahre Schellenberger Eishöhle:
Seit das Aufsehen erregende Eisriesenwelt im Tennengebirge für den öffentlichen Besuch zugänglich gemacht worden war, beschäftigten sich neun mutige, beherzte und mit großem Idealismus beseelte Marktschellenberger Bergfreunde mit dem Gedanken, die nicht minder sehenswerte Schellenberger Eishöhle im Untersberg, das so genannte „Schellenberger Eisloch“, näher zu erforschen. Die Namen dieser Idealisten sollen nicht unerwähnt bleiben: Georg Deml, Thomas Eder, Max Gadringer, Fritz Glück, Franz Lenz, Toni Lenz, Bruno Malter, Willy Zuhra und Franz Schallinger, nach eigenen Angaben „ein 13-jähriger Schüler, der in Punkto Klettern als ein besonders waghalsiges Bürschchen galt".
1924 war für die Schellenberger Höhlenforscher ein besonders ereignisreiches Jahr. Gehörten sie doch zu den 14 Frauen und Männern, die am 20. Februar 1924 im Gasthof, Schafferwirt den „Skiclub Schellenberg“ und noch im gleichen Jahr die als Unterabteilung geplante „Vereinigung der Höhlenforscher“ gegründet hatten. Von September bis November 1924 befuhren sie jedes Wochenende das, „Eisloch“, so war die Eishöhle in der bayerischen Generalstabskarte von 1826 und in der Keil'schen Karte vom Untersberg aus dem Jahre 1863 eingezeichnet, und drangen dabei immer weiter in das Innere des Berges vor. „Oft schlug dem einen oder anderen das Herz höher, wenn Neuland betreten wurde; denn ganz konnte ein mancher von ihnen ein leichtes Gruseln doch nicht überwinden", wie Franz Schallinger u.a. erichtete. Kaum hatten sie aber einmal die gesamte unterirdische Märchenwelt im Untersberg näher geschaut, ließ sie diese Faszination nicht mehr los. Von der Schönheit dieser teilweise so fragilen Eiswelt fasziniert und beinahe verzaubert, entschlossen sie sich, diese Herrlichkeit unbedingt der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Die Aufgabe, die sich dieser Verein damit stellte, war damals allerdings eine sehr undankbare, denn zu Beginn war nicht nur die öffentliche Meinung gegen dieses Projekt, sondern es gab auch enorme Widerstände bei der Beschaffung der erforderlichen Geldmittel. Zusätzlich traten den ganzen Bestrebungen lange Zeit als fühlbare Hindernisse das teilweise ablehnende Verhalten einzelner Behörden sowie allerlei Weg- und Hüttensorgen entgegen und ließen ein ersprießliches Arbeiten ursprünglich erst gar nicht aufkommen.
Als am 17. April 1925 der SC Schellenberg von der Bayerischen Regierung dann endlich die Erlaubnis erhalten hatte, die so genannte „Schellenberger Eishöhle“ zu erforschen und einem geordneten Touristenverkehr zugänglich zu machen, übertrug er 14 Tage später dieses Erschließungsrecht auf seine Unterabteilung, die Vereinigung für Höhlenkunde. Und als das zuständige Forstamt in Bischofswiesen dann noch die Anlage eines bequemen Fußweges und den Bau einer kleinen Materialhütte in der Nähe des Höhleneinganges genehmigt hatte, konnte sich der Verein voll und ganz seiner eigentlichen Bestimmung zuwenden und den Bestrebungen der Höhlenforschung einen gewissen Nachdruck verleihen.
In kurzer Zeit wurde ein - für damalige Zeiten - gewaltiges Projekt, mit einer riesigen Arbeitsleistung und ohne große technische Hilfsmittel, vollbracht. Es war das Ergebnis zähen Fleißes und eisernen Willens, den der Vorsitzende der damaligen „Vereinigung für Höhlenkunde“, Thomas Eder, und seine Getreuen immer bewiesen haben, wenn es galt, für die Heimat ein bleibendes Werk zu schaffen.

Die Erfolge, die dabei erzielt wurden, sind für die Kürze der Zeit, in der sie sich zusammendrängen, erstaunlich. Denn schon am 5. Juli 1925 war es so weit. Die „Schellenberger Eishöhle" konnte für den allgemeinen Touristenverkehr geöffnet werden. Am 2. August 1925 war die offizielle Einweihung. Die „Linzer Tagespost“ schrieb damals zu diesem Anlass:“ Sie ist die größte und schönste erschlossene Eishöhle Deutschlands und weist in ihren Hallen und Gängen prächtige Eisgrotten und Eisfälle auf. Überwältigend ist der der Anblick der 15 Meter hohen Eisgrotte im Mörkdom. Der Besucher ist völlig im Bann der unterirdischen Pracht“
Diese Aussage hat auch heute, 100 Jahre später, noch immer ihre volle Gültigkeit.

100 Jahre Verein für Höhlenkunde Schellenberg e. V.

Die Wiege des, Vereins für Höhlenkunde Schellenberg e. V. stand beim SC Schellenberg. Waren doch unter anderen Thomas Eder, Fritz Glück und Toni Lenz Gründungsmitglieder des Skiclubs Schellenberg. Wenn nun eine Höhle dieser Größenordnung wie die Schellenberger Eishöhle, erforscht und auch erschlossen wird, dann - diese Ansicht vertrat Thomas Eder - muss für die Einrichtung und Erhaltung eines Schauhöhlenbetriebes auch ein verantwortlicher Verein gegründet werden. Eine Unterabteilung des SC Schellenberg reiche hierzu nicht aus. Daher übernahm er zunächst am 5. November 1925 den Vorsitz der Unterabteilung, gliederte sie aus dem SC Schellenberg aus und gründete die „Vereinigung für Höhlenkunde Schellenberg“ als eigenständigen Verein.
Weitere Gründungsmitglieder waren Georg Deml, Max Gadringer, Fritz Glück, Toni Lenz, Bruno Malter, Franz Schallinger und Willy Zuhra.
1930 wurde der Name des Vereins geändert und ins Vereinsregister eingetragen und lautet seitdem: Verein für Höhlenkunde Schellenberg e. V.
Thomas Eder sen. war von 1925 bis 1940 erster Vorsitzender des Vereins.

90 Jahre Thomas-Eder-Steig

Bis zur Erschließung der Schellenberger Eishöhle im Jahre 1925 gab es nur Zugangswege und Steige, die östlich des Untersberg Massiv verliefen.
Diese Wege und Pfade zum Besuch der Eishöhle genügten aber nicht mehr den Anforderungen der Schellenberger Höhlenforscher, allen voran ihrem l. Vorsitzenden, Thomas Eder, ein vielseitiger Mann mit allerlei Talenten.
Es gab nämlich vom Plateau des Untersbergs - außer verschiedenen Kletterrouten - sonst keine direkte Zugangsmöglichkeit zur Eishöhle.
Thomas Eder sah hier gleichzeitig die Möglichkeit, mit einer Verbindung zum Plateau den Untersberg für das Berchtesgadener- und Salzburger Land Salzburg zu erschließen.
Er fand die kühne Idee - nachdem der Plan, durch die Schellenberger Eishöhle zur Hochfläche vorzudringen, fallengelassen worden war - entlang und innerhalb der Ostwand, zur Mittagsscharte vorzustoßen.

Trotz der damals noch recht spürbaren Wirtschaftskrise beschloss der Verein für Höhlenkunde Schellenberg e. V. den Steig durch die Ostwand in Angriff zu nehmen. Der damals größte Alpine Steig, mit einer Länge von 320 Metern und einem Höhenunterschied von 130 Metern, der in seiner Wegführung so angelegt ist, dass Steinschläge nahezu ausgeschlossen sind, wurde in zwei Bauabschnitten, vom 15. Mai bis 1. Oktober 1934 und vom 17. Juni bis 1. Oktober 1935, fertig gestellt. Erstaunlich dabei ist, dass er vom Anfang bis zum Ende die für damalige Zeiten ungewöhnliche Breite von 1,80 Metern und 2 Metern Höhe beibehält. Und man begreift sofort, dass es Männer von Fantasie und Kühnheit waren, die diesen Weg planten und ausbauten - und man weiß auch, dass der Weg, der dieser Tat vorausging, sehr dornenreich war.
Dieser herrliche Felsensteig trägt daher zu Ehren des 1. Vorsitzenden und als Anerkennung für seine Verdienste um den Verein für Höhlenkunde Schellenberg e.V. seinen Namen: Thomas-Eder-Steig